Pyrenäen

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Sabine und Michael

Die tägliche Erfahrung lehrt, das diejenigen, welche viel reisen, an Urteilskraft gewinnen; dass die Gewohnheit  - fremde Völker, Sitten und Gebräuche zu beobachten, den Kreis Ihrer Ideen erweitert und sie von manchen Vorurteilen befreit.

Francois Pierre Guillaume Guizot

Kleine Bilderübersicht

In diesem Jahr sollte unsere Fahrt in die Pyrenäen gehen. Die Route die ich ausgearbeitet hatte ging über Österreich (Ötztal und Timmelsjoch) ins italienische Genua. Von dort wollten wir mit der Fähre nach Barcelona übersetzen und vor dort dann in einem Zick Zack Kurs immer an der spanisch französischen Grenze und durch Andorra bis rauf an die  Bucht von Biscaya. Ein Teil unsere Route ist auch bekannt als die Route de Cols. Der Rückweg sollte dann über Pau, unterhalb von Toulouse über Montpellier an Avignon vorbei bis nach Saint Andre-les Alpes gehen um dort dann auf die Route des Grand Alpes zu kommen und dann über Genf nach Reutlingen zurück zu kehren.

Route in den Pyrenäen

Route in den Pyrenäen

So war es geplant und bis auf den Rückweg verlief es auch so wie wir es geplant hatte. Wir hatten uns für den Rückweg über die Cote D`azur entschieden aber leider kamen wir nur bis ca. 80 Km südwestlich von Narbonne, dann wollte der Kardan meiner GS nicht mehr und damit war die Reise mit dem Motorrad zu Ende.

Jetzt aber erstmal zur Hinreise. Wie immer wollten wir uns um 06:00 Uhr morgens an einer bestimmten Tankstelle in Ulm treffen. Ich war, wie immer pünktlich (kleines Eigenlob :-) ), aber mein Kumpel kam nicht. Da ich nur mein privates Handy mit hatte musste ich mir erst seine Handynummer bei einem Arbeitskollegen besorgen. Nachdem ich diese hatte rief ich Ihn an und als Antwort erhielt ich das er in Geislingen mit defekten Radlagern steht.

Als ich in Geislingen ankam haben wir erstmal  alle Werkstätte abgefahren aber leider ohne Erfolg, keiner konnte oder wollte helfen. Also blieb uns nur der Weg nach Göppingen zum Vertragshändler. Das war auch gut so denn der hat sofort die Reparatur ausgeführt und so konnten wir mit 5 stündiger Verspätung starten.

Zuerst ging es wie immer auf die Autobahn A8 um dann auf die A7 zu wechseln. In Kempten ging es dann auf die B19 nach Sonthofen, von dort  dann übers Oberjoch durch das Tannheimer Tal zum Hahntennjoch und dann ins Ötztal zum Timmelsjoch. Wer das Timmelsjoch noch nie gefahren ist dem ist dieses nur zu empfehlen. Es kostet zwar als einfach Fahrt 12 Euro aber die sind es absolut wert. Vor allem die italienische Seite ist echt von feinsten. Zumindest was die Kurven betrifft.

Anfahrt nach Genua

Anfahrt nach Genua

Timmelsjoch

Timmelsjoch

Nach den vielen Kurven ging es dann quer durch Südtirol an Meran vorbei zum Lago Iseo und dann aus Zeitgründe über die A21 nach Genua in den Fährhafen.

Nachdem wir nach einigem Suchen unsere Fähre gefunden hatten und uns und unsere Motorräder eingecheckt hatten, konnten wir die Motorrädern in das obere Parkdeck, fahren. Nachdem die Besatzung die Mopeds fest gezurrt hatten sind wir aufs Deck gegangen um unseren Schlafplatz zu finden. Wir hatten keine Kabine sondern die sogenannten Pullmannsitze gebucht, Als wir in den Raum kamen in dem diese Sitze waren sind wir aber auch wieder recht schnell gegangen und haben uns einen Platz in einer Bar gesucht. Da war die Lautstärke und vor allem der Geruch deutlich angenehmer. In den Morgenstunden kam ein bisschen Wellengang auf der das Schiff ein wenig ins Schaukeln brachte.

Fähre Genua - Barcelona - Tarifa

Fähre Genua - Barcelona - Tarifa

Echt Vollgepackt

Das nennt man wirklich vollgepackt.

Nach einer recht angenehmen Fahrt erreichten wir um die Mittagszeit dann Barcelona. Nachdem wir die Fähre verlassen hatten ging es erstmal quer durch die Stadt in grob nördliche Richtung um auf die C-17 nach Vic zu kommen. Von Vic ging es dann in nordöstliche Richtung nach Berga und dann über die C-26 nach Ripoll. Nach Ripoll fingen dann so langsam die Kurven an die man in den Pyrenäen sucht und zuhauf findet. Weiter ging es über die D-115 und dem Col d`Ares  bis nach Amelie-Les-Bains-Palada. Hier sind wir dann auf die D-618 abgebogen.

FJR 1300 bei der Wasser durchfahrt

FJR 1300 bei der Wasser durchfahrt

Das ist da schöne an den Pyrenäen, es gibt viele Möglichkeiten sich auf den Strassen auszutoben, entweder auf befestigten Strassen oder auf Feld- und Waldwegen.  Für jeden ist etwas dabei. Nachdem wir Saint-Masal hinter uns gelassen haben verließen wir die befestigten Wege und dann ging es erst über leichte Waldwege die sich dann zu echten Herausforderungen mit Wasser Durchfahrten, tiefen Längs- und Querrillen und mit großflächigen Schlammdurchfahrten darstellte. Wir waren fast dreiviertel des Tages in den Waldgebieten unterwegs ohne auf eine befestigte Strasse zu kommen In der Nähe von Vinca sind wir dann wieder auf geteerte Wege gekommen. In Prades haben wie die Hauptstraße dann wieder verlassen um über die D-14 und dem Col Jau, dem Col du Gravel und dem Col des Moulins zur  D-25 und dann über den Col de Pailheres  nach Ax-Les-Thermes zu gelangen.  Von hier ging es dann Richtung Süden über die N-20 und dem Port d`Envalira  nach Andorra.

ferde auf der Anfahrt zum Col de Pailheres

Pferde auf der Anfahrt zum Col de Pailheres

Col de Pailheres im Nebel

Col de Pailheres im Nebel

An diesem Tag war das Wetter nicht so toll und im strömenden Regen bei gerade mal 9 Grad Celsius konnten wir die Fahrt nicht so wirklich genießen und nachdem wir unseren Eintrittsgeld nach Andorra bezahlt hatten waren wir dann am Abend mehr als froh endlich in Andorra la Vella eine gutes Hotel gefunden zu haben. Dort konnten wir dann unsere  nassen Klamotten trocknen  und in einem Restaurant  dann noch gut Essen.

Andorra la Vella

Andorra la Vella

Am nächsten Tag verließen wir dann dieses kleine Land..  Wir fuhren in südliche Richtung über die N-145 und die N-260 zur C-14 um nach Col d`Nargo zu kommen. Dort sind wir dann auf die N-511 abgebogen um wieder viele Kurven mit super Schräglagen durchfahren zu können. In Isona bogen wir auf die C-1412b nach Trem. Weiter ging es dann über die C-13, vorbei an einem wunderschönen See der Embassament de Talar  heißt und wirklich schöne Ufer hat, vorbei um dann in La Pobla de Segur auf die N 260 ab zu biegen. Nachdem wir den Ort Sort passiert haben ging es wieder Bergauf zum Port del Canto um dann in Adrall den Kreis wieder zu schließen.

runde

Weiter ging es in südliche Richtung über die N-145, dann in nördlicher Richtung bis Montferrer I Castelbo wo wir dann nach links auf eine kleine Strasse nach Avarell fuhren um kurz vor dem Ort dann unsere Tagesetappe Feld- Wald und Wiesenwege einzuleiten. Wir waren nun den ganzen Tag wieder auf unbefestigte Wege unterwegs um dann am späten Nachmittag wieder auf die L-504 nach Lavorsi zu kommen Wieder ein unvergesslicher Tag voller Schotter, Schlamm und Wasser.

Rundblick Pyrenäen
Rundblick Pyrenäen

 Weiter ging es auf der C-13 in nördlicher Richtung  und dann über die C-28 und dem Port de la Bonaigua nach Vielha. Der nächste Pass der auf unserer Liste stand war der Col du Portillon auf der N-141 nach Bagneres-du-Luchon. Nachdem wir dieses auch abgehakt hatten ging es auf die D-618 zum Col de Peyresourde um dann in Arreau  auf die D-918 zu wechseln um den Col d`Aspin zu erklimmen. Nach einer wirklich schönen Abfahrt ging es dann in den Anstieg zum Col du Tourmalet, der leider im Nebel lag.

Col DU Tourmalet
tourmalet

 Weiter ging es dann nach Norden über die D-821 nach Lourdes zu kommen. Tja was soll man über Lourdes sagen? Fahrt mal selbst hin und wahrscheinlich geht es euch dann wie mir, ich fand es echt schrecklich. Die Kirche ist echt schön aber die Stadt selbst lebt eigentlich nur von der Abzocke der Gläubigen die dieses Stadt besuchen weil sie Heilung erbitten wollen. Ich habe schon einige Städte gesehen aber Lourdes ist ein wirklicher Albtraum. Sogar in den Kneipen und Restaurants wird man oftmals nur abgezockt und beschissen, da war sogar ein Kellner der mir erzählen wollte das der ursprüngliche Cappuccino mit Sahne und nicht mit geschäumter Milch gemacht wurde, was für ein Ar...... Also aufgepasst in dieser Stadt. Nachdem wir diese SUPER Stadt Verlassen hatten ging es Kreuz und Quer nach westen bis wir die dann auf die D-618 ankamen und nach Massat den Anstieg auf den Col de Port hinauf fuhren.

Rosenkranz Basilika

Rosenkranz Basilika

Grotte von Massabielle

Grotte von Massabielle

Pilgerschlangen vor der Grotte von Massabielle

Pilgerschlangen vor der Grotte von Massabielle

Nur betreten wenn man abgezockt und mies Essen will

Nur betreten wenn man abgezockt und mies Essen will

Weiter ging es dann wieder bergab zur N-20 welche wir dann in Luzenac in nördliche Richtung um auf die D-613 und somit zu den Pässen Col de Chioula und zum Col de Marmare zu gelangen. Nach dem wir dann den Ort Quillan ansteuerten merkte ich das meine Kardan ein lautes schabendes Geräusch am vorderen Kreuzgelenk machte. Nach einer erste Diagnose stand fest das das Gelenk teilweise ausgerissen war.  Also ging es erstmal langsam weiter bis Quillan wo dann nicht mehr ging. Gut das es den ADAC gibt.  Also angerufen und tatsächlich kam nach knapp einer Stunde eine Abschleppwagen der mich Huckepack nahm und ca. 2 Km später bei einem Renault Händler ablieferte. Super!. Nach vielen Telefonaten und nach vielen sehnsüchtige erwarteten, und nicht erfolgten Rückrufen, wurde mir gesagt das Moped muß dort bleiben und ich bekommen in den nächst Tagen eine Mietwagen und kann damit dann nach Hause fahren. Meine Anfrage ob meine Motorrad nicht zur Niederlassung nach Narbonne gebracht werden kann wurde verneint da dieses nicht zum Vertragsinhalt gehört. Nachdem ich dann dem Herrn Renault gute 300 Euros auf den Tisch gelegt habe hat er mich und meine guten Stück nach Narbonne gefahren. Inzwischen habe ich wieder viel telefoniert und über den ADAC erfahren das die in Narbonne (BMW Niederlassung) meine Motorrad erst 3 Wochen später reparieren könnten da sie so viel zu tun haben. Lange Rede kurzer Sinn es hat die Leute von BMW einen Scheiß interessiert ob ich da stehe oder nicht. Wieder viele Telefonate später hatte ich dann einen Mietwagen und ein Hotelzimmer damit ich dann am nächsten Morgen meine Heimreise antreten konnte.

Also Resümee kann ich nur sagen die Pyrenäen sind echt toll und auch dort haben wir echt nette Leute kennengelernt aber der Service bei BMW Frankreich ist wirklich unter aller Kanone.

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