Namibia und Botswana

NetObjects Fusion Paper Airplane

Sabine und Michael

Die tägliche Erfahrung lehrt, das diejenigen, welche viel reisen, an Urteilskraft gewinnen; dass die Gewohnheit  - fremde Völker, Sitten und Gebräuche zu beobachten, den Kreis Ihrer Ideen erweitert und sie von manchen Vorurteilen befreit.

Francois Pierre Guillaume Guizot

Dieses Jahr war es soweit. Wir wollten endlich die geplante, große, mehr als 3 Wöchige Tour durch Namibia und Botswana starten. Alles war geplant und alle Campsites und notwendige Übernachtungen waren gebucht.  Dieser Urlaub stand im Zeichen des Dachzeltes. Unser gemieteter Hillux hatte auf dem Dach eine aufklappbares Zelt daher haben wir nur wenig Lodges und dafür mehr Campsites gebucht. Mit der DB ging es von Reutlingen nach Frankfurt. Eine wirklich schnelle und gute Verbindung. Meine Frau hat wieder alles perfekt gebucht so hatten wir in der ersten Klasse eine Sitzplatzreservierung. Das ist echt notwendig. In Frankfurt angekommen haben wir eingecheckt und sind dann direkt in den Sicherheitsbereich gegangen. Ich muss sagen ich hatte einigen Vorbehalt so lange und so weit mit der Condor zu Fliegen, aber am Ende war es doch ein angenehmer und schneller Flug. 

                  Tag 1         Windhoek - Rehoboth

In Namibia am Flughafen Hosea Kutako International Airport in Windhoek angekommen hatten wir Glück mit der Migration. Eigentlich hatte Namibia ja jetzt auch die Abgabe der Fingerabdrücke bei der Einreise festgelegt aber da dieses nicht funktionierte und an diesem Tag alle Einreisespuren offen waren war die Migration innerhalb einer knappen halben Stunde erledigt. In Terminal wartetet dann schon der Fahrer unseres Autovermieters. Da noch einige Leute fehlten haben wir die Zeit genutzt eine SIM Karte zu Kaufen und das Datenvolumen freischalten zu lassen. Schnell nach an einen ATM und schon ging es zum Autovermieter. Nach einer knapp einstündiger Einweisung und Übergabe unseres Toyota Hillux 4x4 konnten wir unsere Gepäck einladen und langsam vom Hof rollen. Auf der Strasse haben wir erstmal unsere eigenen GPS eingebaut und als erstes einen Super Spar eingegeben damit wir unsere Grundnahrungsmittel kaufen konnten. Nachdem dieses abgeschlossen war ging es auf  die B1 Richtung Süden. Unsere erste Nacht wollten wir am Lake Oanob in dem dortigen Ressort verbringen. Nach kurzer Eingewöhnung hatte ich mir das links fahren wieder verinnerlicht.

Am späten Nachmittag kamen wir dann am Lake Oanob an und nach einem kurzen Check In haben wir unser Zimmer bezogen.  Direkt am See gab es eine nettes Restaurant in welchem wir dann zu Abend gegessen und auch am nächsten Morgen gefrühstückt hatten.

                      Tag 2     Rehoboth - Sessrim

Am zweiten Tag ging es in die Namib Wüste. Dazu haben wir uns einer der schönsten Strassen ausgesucht und somit auch der ersten unbefestigten Pad den wir fahren mussten. Auf der Strecke liegt mit einem Gefälle/Steigung von 1:4 einer der steilsten Pass in ganz Namibia, der Spreetshoogte Pass. Obwohl die Straße mittlerweile zu großen Teilen befestigt ist, ist das Befahren mit Bussen und LKW verboten. Vom Aussichtspunkt hat man einen grandiosen Blick über die Namib und erkennt deutlich den Rand  des Escarpments/ Kontinentalabbruchs und den Übergang zum Küstenland. Im Hang als auch an den letzten  hügeligen Ausläufern des Passes sind Köcherbäume zu finden.
Auch die Felsnase bei Kriess-se-Rus ist ein letzter Ausläufer der Randstufe, auf dem noch Köcherbäume  stehen, in der flachen Ebene jedoch nicht mehr. Als wir dann am späten Nachmittag in Seesrim angekommen waren haben wir einen wirklich schönen Stellplatz auf der Campsite zugewiesen bekommen. Direkt unter einen grossen Baum.

                    Tag 3     Dead Vlei und Sessriem Canyon

Heute geht es in das Dead Vlei. Die Strasse von unsere Campsite Richtung Vlei ist gut ausgebaut so das wir recht schnell, trotz der vielen Baustellen unterwegs, voran kamen. Als erstes kommt man an der Düne 45 vorbei die auf der linken Seite liegt.  Ihren Namen verdankt sie dem Umstand, dass sie 45 Kilometer vom Parkeingang bei Sesriem entfernt liegt. Die Düne 45 ist rund 170 Meter hoch und ziert mit den  benachbarten knochigen Bäumen so manches Foto. In der Nähe der Düne 45  liegt der Aussichtspunkt Sossusport. Von hier aus genießen man  einen einmaligen Blick über die umliegende Landschaft bestehend aus Dünen, Flusstal und Bergen. Weiter ging es dann zum Dead Vlei. Der Übersichtlichkeit halber hat man die Dünen im Gebiet des Parks nummeriert. Einige Dünen im Gebiet des Sossusvleis  sind besonders bekannt. Die bekannteste unter ihnen ist sicher die von  den Einheimischen Big Daddy oder Crazy Dune genannte Düne. Mit rund  350 Metern Höhe soll €žBig Daddy eine der höchsten Dünen der Welt sein. Um zu dieser Düne zu kommen muss man entweder mit seinem eigenen Wagen durch den Tiefsand fahren oder sich mit einem Fahrzeug nach hinten fahren lassen. Wir haben de Luft aus den Rädern gelassen und sind dann die  guten 3Km selbst gefahren. Es hat sich vollkommen gelohnt. Zum einen macht das Tiefsandfahren einfach irre Spaß und zum anderen ist es eine phantastische Gegend die man einfach gesehen haben muss. Nachdem wir das Fahrzeug abgestellt hatten haben wir uns an den Aufstieg zum Big Daddy gemacht. Temperatur gut über 30 Grad geht es stetig bergauf bis man nach gut einer Stunde den höchsten Punkt erreicht hat. Vor dort hat man dann eine tolle Aussicht auf das Dead Vlei.Nach einer Photosession haben wir dann den kurzen Weg genommen und sind die Düne direkt auf dem Seitenhang nach unten gelaufen. 350 Höhenmeter auf losen Sand mit einem extremen Gefälle. Hat riesen Spaß gemacht. Noch eine Ausgiebige Party mit der Kamera und gefühlten 300 Bildern ging es wieder zurück zur Campsite. Zelt aufstellen ein gutes Essen gekocht und den besten Sternenhimmel genossen den wir je gesehen haben.

                      Tag 4     Sessrim -  Swakopmund

Wie immer in unseren Urlauben klingelt der Wecker zwischen 5 und 6 Uhr morgens. Im Sonnenaufgang ein gutes Frühstück mit einem heißen Kaffee dabei die Stille der Wüste geniessen und einer Onyxantilopen beim grasen zuschauen, wie soll ein Tag schöner beginnen!. Gestärkt wurde alles wieder zusammen gepackt und schon waren wir auf dem Weg nach Swakopmund. Das Highlight auf dem weg war der 950m hohe Kuisep Pass. Es ist keine fahrerische Herausforderung aber an einigen Stellen echt Steil und eng. Ansonsten ist de Fahrt nach Swakopmund kein wirkliches Highlight. In Swakopmund angekommen haben wir uns erstmal ein bisschen umgesehen. Es ist eine nette kleine Stadt in der man noch viel von der Deutschen Besatzungszeit sieht. Aber es ist keine echter Hingucker. Deshalb haben wir hier auch hier nur eine Nacht verbracht.

Tag 5 und 6    Swakopmund - Khorixas (Vingerklip Lodge)

Sehr früh am morgen ging es weiter Richtung Khorixas. Zuerst entlang der Küste bis Henties Bay um dort dann die Küste Richtung Brandberg zu verlassen. Jetzt waren die Strassen endlich so wie ich es mag, Schotter, Sand und Einsamkeit. Höchstgeschwindigkeit max. 100 km/h auf Schotter macht echt fun!. Kurz  hinter Khorixas haben wir uns auf der Vingerklip Lounge eingemietet. . Eine wahrlich tolle Lounge. Von hier aus haben wir dann am nächsten Tag die meisten Sehenswürdigkeiten der Umgebung besucht. Der steinernde Wald (afrikaans Versteende Woud), Auf einer Fläche von etwa 2500 qm  sind 50 bis 60 der weltweit größten fossilen Baumstämme verstreut. Die Baumstämme sind  zwischen 240 und 300 Millionen Jahre alt. Die  größten Stämme sind etwa 30 m lang und haben bis zu 6 m Umfang Weiter ging es dann zu den Orgelpfeifen. Diese befinden sich in der Nähe des Verbrannten Bergs  westlich der Stadt Khorixas.. Man bezeichnet damit eine an  Orgelpfeifen erinnernde Ansammlung stehender Basaltsäulen.Diese entstanden vor circa 150 Millionen Jahre durch eindringen von flüssiger Lava in eine Schieferstein Schicht. Danach gin es zu den Felsenmalereien und Gravuren von Twyvelfontain Die über 2.500 registrierten Gravuren wurden mit harten Quarzsteinen und Klopfholz in den weicheren Sandstein geritzt. Die bekanntesten Bilder  sind der Tanzende Kudu, der große Elefant. Seit 2007 zählen die Malereien und Kratzereien zu dem UNESCO Weltkulturerbe. Weiterging es am verbrannten Berg in das Brandbergmassiv. Dort haben wir dann des Rest des Tages bei einer Offroad Fahrt mit dem Hillux verbracht. Alleine das war schon phantastisch und das ganze dann in dieser wahnsinnigen Umgebung.

Tag 7 - 9    Khorixas - Etosha Park (Okaukuejo; Hallali Restcamp u. Fort Namotoni)

Die 250 km von Khorixas zum Ethosha National Park war einer der langweiligsten Strecken des ganzen Urlaubs. Auf dem Weg biegt man in Outjo auf die  C38 ab. Dieser nette kleine Ort war denn noch für einen kleinen Einkauf, einen Kaffee und einen gefüllten Tank gut. Nach guten 5 Stunden waren wir dann am Eingang zum Etosha Park. Die erste Nacht hatten wir eine Campsite in Okaukuejo. Kurz eingecheckt, die Campsite angesehen und schon waren wir im Park unterwegs. Was für eine Unterschied zu den anderen Ländern und Parks die wir schon besucht hatten. Hier gab es fast nur Staub, Sand, und vertrocknetes Gras und Sträucher.  Hier soll es tatsächlich Tiere geben? Im ersten Moment was das absolut unglaubwürdig. Man sollte es aber nicht glauben auch hier gab es viele Tiere wobei die großen Gattungen sah man meist an den Wasserlöchern. In den Tagen welche wir im Park verbrachten haben wir auf allen 3 Campsites übernächtigt. Was man überall vermeiden sollte ist in der Mittagszeit Essen zu gehen. Die Restaurants sind absolut überfüllt, schlechtes Essen und echt Teuer. Ein absolutes NoGo. Was aber absolut sehenswert ist ist das Wasserloch am

Tag 10   Rundu

An diesem Tag ging es dann an die Angolanische Grenze,  an de Grenzfluss Cubango, nach Rundu. Hier haben wir uns direkt am Fluß eine Campsite gemietet. In der Kaisosi Riverlodge kann mann sich zwischen Appartments oder Campsites entscheiden. Von unserer Campsite hatten wir einen tollen Ausblick auf den Fluß. Abends haben wir dann nach eine kleine Bootstour gemacht und im Sonnenuntergang eine genüßlichen Bier zum Tagesende getrunken.

Tag 11   Caprivistreifen

Entlang des Cubango ging es dann am nächsten Tag weitere nach Westen. Die kommende Nacht wollten wir in auf einer wirklich einsamen Campsite, der Nambwa Tented Lodge, verbringen. Dort gibt es 4 Campsites direkt am Kwando River. Einfach toll. Man ist fast alleine. Die Flußpferde gehen oder schwimmen einem direkt vor dem Tisch entlang, keine Zäune keine Sperren die die Tiere  von einem weghalten. Die Anfahrt zu dieser Campsite ist sehr interessant. 20 km Sandpiste die auch teilweise echte Tiefsandbereiche hat. Natürlich haben wir uns auch direkt festgefahren. Nach einen guten halben Stunde Schaufeln und einigen dicken Ästen als Anfahrhilfe ging es dann aber gerade noch rechtzeitig weiter bevor eine Elefantenherde von mindestens 30 - 40 Tieren genau die Stelle passierte an der wir vorher so wacker geschaufelt hatten.

Tag 12 - 13   Grenzübergang  Botswana, Senyati Safari Camp

Nach einer extrem lauten Nacht, Tiergeräusche, aber trotzdem einen guten Schlaf ging es dann wieder zurück zur Strasse und weiter nach Westen dem Grenzübergang nach Botswana entgegen. Im Internet schon die wildesten Erzählungen  über die Behandlung an der Grenze gelesen, waren wir echt überrascht, wie freundlich und schnell das ganze von statten ging. Eine knappe halbe Stunden haben wir für die Aus- und Einreise benötigt. Danach ging es erstmal nach  Kasane. Dort noch die Vorräte aufgefüllt und den Tank voll gemacht und dann ging es zu unserer Campsite dem Senyati Safari Camp. Das war eines der schönsten und interessantesten Camps auf unserer Reisen. Dort haben wir die Abende direkt am Wasserloch verbracht ohne das eine Zaun zwischen den Tieren und Menschen waren. Die Elefanten standen tatsächlich nicht mehr als 1 - 2 Meter von einem entfernt und haben friedlich gegrast und Unmengen Wasser in sich reingepumpt. Weiterhin konnte man in einen unterirdischen Raum gehen aus dem man die Tiere direkt und unbemerkt beobachten konnte. Für den ersten Abend haben wir dann auch einen Bootsfahrt auf dem Sambesi gebucht. Das kann man nur empfehlen. Die Flora und Faune ist absolut unbeschreiblich und einen Sonnenuntergang über dem Sambesi ist einfach nicht mehr zu toppen.

Tag 14   Elefants Sand

Eigentlich wollten wir zwei Nächte in dieser Campsite bleiben. Die Campsite ist echt schön aber leider benehmen sich die Leute dort wie auf dem Rummel. Wenn die Tiere an das Wasserloch kommen dann werden sie im Dunkeln mit gleißenden Taschenlampen angeleuchtet, sogar in die Augen, es ist laut und die Leute nahmen keinerlei Rücksicht auf die Tiere. Aus diesem Grund haben wir bereits am nächsten Morgen die Camsite verlassen und sind weiter nach Süden gefahren. Unsere nächsten Ziel war die Planet Baobab Campsite. Dort haben wir gefragt ob wie eine Nacht länger bleiben  konnten und so waren wir dort dann 2 Nächste. Das war auf jeden Fall KEINE Fehlentscheidung. Die Campsite ist echt schön.

Tag 15 - 16  Planet Baobab Campsite

Eine wirklich schöne Anlage. Ringsum stehen alte große Baobab Bäume mit einem grossen Pool “Der kälteste in der Kalaharie” so ihr Slogan. die Campsites sind groß mit einer wirklich tollen Abolution und viel Platz.

Tag 17 - 18  Maun

Maun selbst ist keine besondere Stadt, aber hier kann man die Flüge ins und über das Okawango Delta buchen. Dieses haben wir dann auch für den zweiten Tag als Sonnenaufgangsflug gebucht. Wir hatten das Glück das wir nur zu zweit waren und somit das ganze Flugzeug und gehörte und wir alle Fenster zur Verfügung hatten. Weiterhin kann man von Maun aus auch sehr gut zum Moremi Park kommen. Dieser ist wirklich eine phantastischer Park wo man den Tieren wirklich sehr nahe kommen kann.

Tag 19  Maun  - Ghanzi

Da wir nicht genau wussten wie schnell wir auf der A2, dem Trans Kalaharie Highway vorankommen haben wir noch einen Nacht auf der Thakadu Campsite verbracht. Unsere letzte Nacht in Botswana und das letzte mal Kochen in der Kalaharie. Als wenn Botswana traurig war weil wir am nächsten Tag das Land verlassen mussten fing es dann abends zu regnen an.

Tag 20 - 22

Auf der Rückfahrt nach Windhoek wollten wir noch eine Nacht nacht dem Grenzübergang Buitpos verbringen aber die Campsite war nicht nach unserem Geschmack also sind wir weiter gefahren bis Gobabis. Das war auch unser Glück denn in dem Ort ist uns die Brems ausgefallen und weder Fuß- noch Handbremse funktionierten. Ich konnte das Fahrzeug durch steuern gegen eine hohe Bordsteinkante zum Stehen bringen. Nach einem Anruf beim Autovermieter verging keine halbe Stunde bis ein  Mechaniker da war der uns in eine Werkstatt brachte und die Bremsen wieder reparierte. Dann ging es am nächsten Tag nach Windoek, dort haben wir das Fahrzeug zurückgegeben und am folgenden Tag ging es dann wieder nach Frank

 

Das war eine absolut toller Urlaub. Namibia und Botswana sind so unterschiedlich wie man es sich nicht vorstellen kann aber beide Länder sind einfach schön. Tolle Menschen, Hammer Landschaften und viele viele Tiere und dazu noch die Strassen die von geteert mit riesen Löchern bis hin zu gerade noch als befahrbares Gelände alles beinhaltet hatte. Es wird uns immer wieder in diese Länder zurückziehen. :-)

 

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